In meinem Umfeld kenne ich kaum jemanden wie Michael Aerni, der so adäquat die Welt des Designs mit der des Codes zusammenbringt. In seinen Projekten begleitet er Unternehmen bei Ihrem Webrelaunch. Zusammen diskutierten wir über das «Website Strategie Kit», was gute Websites ausmacht und die Stolpersteine beim Relaunch für Unternehmen.

Wir kennen uns noch aus Agenturzeiten. Kannst du dich trotzdem kurz vorstellen?

Mein Name ist Michael Aerni. Als selbständiger Dienstleister biete ich UX/UI Design und Entwicklung für Websites und Applikationen an. In den alten Tagen musste ich mich entscheiden, ob ich Designer oder Informatiker werden möchte. Heute vereine ich als Full Stack Entwickler meine Leidenschaften.

Was bei dir aussergewöhnlich ist; du beherrschst Design und Code gleichermassen. Wie kommt das?

Meine Kunden sind Start-ups, KMUs und auch Grossunternehmen – quer durch die Branchen. Wenn sich das Budget für ein Webprojekt zwischen CHF 10’000 und 30’000 bewegt, ist ein Team mit Designer, Projektleiter und Entwickler kaum zu finanzieren. Dann ist es von Vorteil, wenn ich alles aus einer Hand bieten kann. Für den Auftraggeber ist es bequem, einen Ansprechpartner zu haben. Und nebenbei, ich gestalte und code einfach unglaublich gerne.

Welches Projekt war ein Highlight für dich?

Jedes Projekt ist für mich ein Highlight (lacht). Eines der cooleren Projekte war die Website für Hyve. Das ist ein Hotel, Hostel und Coworking Space mit Community in einem. Die Herausforderung war, die verschiedenen Geschäftsfelder mit Hotellerie und Community zielgruppengerecht zu kommunizieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber konnte ich eine schlanke Lösung entwickeln. Er liess mir beim Design und der technischen Umsetzung freie Hand. So konnte ich aus dem Vollen schöpfen. Mit der neuen Website sind die Buchungen um 75% gestiegen.

Eine schöne Erfolgsgeschichte! Generell gefragt, was bringt eine gute Website einem Unternehmen?

Das kommt auf das Geschäftsfeld drauf an. Grundsätzlich gesagt, ist eine Website die Visitenkarte eines jeden Unternehmens. Mehr denn je ist es wichtig, was für ein Eindruck beim Besucher zurück bleibt. Mittlerweile haben viele Websites einen guten Standard. Es ist nicht mehr nur eine Frage des Designs, sondern auch wie der Nutzer so geführt werden kann, dass er zu seinen Informationen kommt. Wenn dies gelingt, wirkt es sich auf das Unternehmen geschäftsfördernd aus.

Auf was muss ein Unternehmen beim Webrelaunch achten?

Aus Marketingsicht muss der Inhalt gut aufbereitet sein, um die Positionierung und das SEO zu fördern. Nutzer sollen die Unternehmensseite unter ihren Suchbegriffen finden können. Beispielsweise muss eine Eventlocation in der Region Bern unter dem Begriff «Events Bern» auf Google unter den Top-10 erscheinen.
Vom Design her ist es Pflicht, dass die Website auf mobilen Geräten vollständig und benutzerfreundlich dargestellt wird. Und ich empfehle jedem eine Technologie zu wählen, die schnelle Entwicklung zulässt.

Was kostet eine Website?

Da gibt es die ganze Bandbreite. Bei massgeschneidertem Design mit Customer Journeys und Wireframes wie ich es anbiete, beginnt dies bei CHF 15’000 und ist gegen oben offen – je nach Bedürfnissen. Natürlich gibt es auch Anbieter, bei denen kriegst du eine Website für CHF 50.

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«Hyve» – Webprojekt für Hostel, Hotel & Coworking Space in Basel. Michael Aerni in Zusammenarbeit mit Basel West und Visuelle Fabrik.

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Wie gehst du bei einem neuen Webprojekt vor?

Bei einer Anfrage schaue ich zuerst, ob ich die richtige Person für das Projekt bin und ob die Chemie stimmt. Ich kläre mit dem Auftraggeber ein paar Punkte per Telefon. Dabei sprechen wir über Erwartungen und das Budget. Damit kann ich eine grobe Richtofferte erstellen. Anschliessend startet das Projekt mit dem Workshop des Website Strategie Kit. Aus den Erkenntnissen des Workshops erstelle ich dann das Design und setze die Website technisch um.

Wo liegen die Stolpersteine bei Webprojekten?

Die Kosten können sehr schnell explodieren. Beispielsweise, wenn ein Feature bereits programmiert ist und anschliessend grössere Anpassungen gewünscht werden. Genauso kann es passieren, dass mitten im Projekt wichtige Informationen zum Vorschein kommen, die das Projekt auf den Kopf stellen. Das gemeinsam entwickelte Sitemap trifft nicht mehr zu. Ein Webprojekt kann schnell zu einem Flickwerk werden. Es braucht eine erfahrene Person, die das Unternehmen im Prozess begleitet. Dies senkt das Risiko und spart Ressourcen.

Warum hast du dich für das Vorgehen mit dem «Website Strategie Kit» entschieden?

Es gibt mir einen einfachen Rahmen, um die wichtigsten Fragen beim Start eines Projektes zu klären. Kits gibt es wie Sand am Meer. Ich habe auch schon einige gekauft. Den Herrn Bürli kenne ich schon seit Jahren und da ist das Vertrauen gegeben. Wenn ich selber so ein Kit erarbeiten würde, wäre es vermutlich nicht viel anders – ich hätte aber den Aufwand. Vom Webkit bin ich begeistert. Es leistet genau das, für was ich es brauche. Man merkt, dass es alltagerprobt ist. Ich bin sehr zufrieden damit.

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Michael hat den Website Strategie Workshop remote mit dem Kollaborationstool Miro durchgefüht.

Was war das letzte Projekt, wo du das Webkit eingesetzt hast?

Gerade letzte Woche habe ich ein Workshop mit einem Grossunternehmen durchgeführt. Sie haben mich angefragt für die Entwicklung und das Design ihres neuen Webauftrittes. Der Workshop war der Startschuss. Wir haben es zu Viert remote per Videocall durchgeführt. Mit Hilfe des Workshops konnten wir einen gemeinsamen Wissensstand und gemeinsame Ziele definieren. So wussten wir, in welche Richtung es gehen soll. Der Workshop löste auch viele Fragen aus, die das Geschäftsmodell und den Content betrafen. Bei dieser Projektgrösse reicht ein einziger Workshop nicht. Aber es war ein gelungener Startschuss und ein gutes Fundament.

Wie fährst du nun weiter bei diesem Projekt?

Ich arbeite im nächsten Schritt die Wireframes und erste Designs aus. Anschliessend besprechen wir diese gemeinsam.

Warum hat sich das Grossunternehmen für dich als Selbständigen entschieden? Ist das nicht auch mit einem Risiko verbunden?

Sie wollten jemanden, mit dem sie schlank und eng zusammenarbeiten können. Zuvor hatte das Unternehmen eine Agentur beauftragt. Jedoch fehlte es dort an Geschwindigkeit und Agilität.
Aussergewöhnlich bei ihnen war, dass sie unbedingt das CMS «Statamic» wollten. So kam ich ins Spiel.

Was kannst du zu diesem CMS sagen?

Ich habe mich darauf spezialisiert. «Statamic» ist ein Flat-File-CMS und funktioniert ohne komplexe Datenbank. Die Developer Experience ist genial und Wartung und Betrieb ein Genuss. Für das Unternehmen, respektive den Redaktor ist es einfach zu bedienen und optisch ansprechend.

Wo siehst du die nächsten Trends im Webbereich?

Technisch betrachtet, bewegen wir uns weg von monolithischen Lösungen hin zu modularen Systemen. Zum Beispiel SaaS (Software As A Service), die dedizierte Aufgaben übernehmen. Viele verschiedene Services kommunizieren miteinander.
Auf der inhaltlichen Ebene zählt nach wie vor der relevante Content. Nur so wird eine Website auch gefunden.

Wie bildest du dich weiter?

Wer in meinem Bereich arbeitet, ist immer am Lernen. Ein guter Weg sind konkrete Projekte. Ich habe beispielsweise eine Webapp für eine Gewinnauslosung entwickelt. Ich brauchte es für einen Wettbewerb, konnte aber online nichts passendes finden – abgesehen von aufgeblasenen und unschönen Lösungen. So habe ich Raffy entwickelt.

Wie kann man dich für ein Projekt gewinnen?

Einfach ankicken, eine E-Mail schreiben und das Projekt vorstellen. Wenn ich helfen kann und es passt, bin ich sehr gerne zu haben.

 

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