Als Kind lernte ich sie auf dem Markt kennen und lieben. Die Nidletäfeli  sind das Soft Ice unter den Bonbons. Deshalb haben sie als Verpackung auch mehr als eine Tüte verdient. Von Verpackungsgestaltung und Zuckerschock.

Zucker und Rahm in eine Pfanne geben und umrühren. Nidletäfeli herzustellen ist unkompliziert. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht – auf das Timing kommt es an. Zu lange oder zu kurz gekocht, werden die Bonbons zu hart oder zu weich. Natürlich hat auch diesmal meine Frau die Hände im Spiel, sonst wären die Täfeli wohl auch nicht so lecker geworden.

An Märkten erhält man die Nidletäfeli oft in rosa Tüten. Schade daran ist, dass die Bonbons darin nicht sichtbar sind. Meiner Meinung nach müssen sich handgemachte Produkte nie verstecken. Gerade bei Lebensmittel schätze ich den direkten Blickkontakt. Deshalb wählte ich bei meiner Verpackung einen anderen Ansatz.

Nidletäfeli - Verpackungsgestaltung - Herr Bürli

Durch langes Rühren der Zuckermasse und das rechtzeitige giessen auf ein kaltes Blech kommen die Nidletäfeli zur Welt.

Nidletäfeli - Verpackungsgestaltung - Herr Bürli

Potenzielle Gläser für die Nidletäfeli. Schlussendlich habe ich mich für ein kleineres Glas entschieden.

Deckel drauf, gut ist

Bei Süssigkeiten wie den Nidletäfeli ist spontanes Geniessen zwischendurch ein wichtiger Aspekt. Deshalb muss eine solche Verpackung auch schnell zu Öffnen sein. Zuerst habe ich als Verpackung an ein Weckglas gedacht. Bei Bonbons ist jedoch der Verschluss mit zwei Klammern eher mühsam. Dann bin ich auf die klassischen Bonbongläser gestossen, die zwar auch eine Gummidichtung haben, der Deckel jedoch nur aufgelegt wird. Schlussendlich habe ich ein passendes Glas gefunden – nicht zu gross, damit eine kleine, edle Portion darin Platz findet.

nidletaefeli-verpackungsgestaltung-herr-buerli

Auf der Innenseite der Banderole ist ein Tapetenmuster gedruckt. Das wird sichtbar, sobald sich die Täfeli dem Ende neigen.

Nidletäfeli - Verpackungsgestaltung - Herr Bürli

Der Schneideplotter schneidet die Etiketten zurecht. Anschliessend werden die Teile verklebt und auf dem Glas angebracht.

Um das Glas zu Beschriften, entschied ich mich für eine Banderole – die kalte Oberfläche des Glases zusammen mit einem voluminösen Naturpapier. Ich startete mit Schere und Papier. Nach ein paar Dummies, vermass ich mein Geschnipsel und arbeitete im Illustrator weiter. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich für die Formen den Schneideplotter benützen. Schlussendlich bestand die Banderole aus drei Teilen: Das Papierband in Türkis, das schwarze etwas dickere Papier und die weisse, bedruckte Etikette. Wesentlich einfacher wäre gewesen, alles auf einem Papier zu drucken, jedoch fehlt dann der plastische Charakter.

Beim Design der Etikette suchte ich nach einer hellen Umsetzung mit Farbakzent. Das Türkis hat einerseits eine frische Attitüde à la Pfefferminze, andererseits harmoniert es mit dem Braunton der Caramels. Für die Schrift habe ich die DK Suco De Laranja verwendet. Zusammen mit den feinen Zierlininen und der Serifenschrift unterstreicht es den handgemachten Charakter – als hätte das Grosi gleich persönlich beschriftet.

Nidletäfeli - Verpackungsgestaltung - Herr Bürli

Auf dem Deckel ist ein Schildchen angebracht. So kann das Geschenk personalisiert werden.

Nidletäfeli - Verpackungsgestaltung - Herr Bürli

Das Grosi wäre stolz gewesen

Während des Projektes musste ich natürlich immer wieder probieren, ob die Täfeli auch wirklich meinem hohen Qualitätsanpsruch stand halten. Weshalb ich mittlerweile auch ziemlich genug habe von dieser Zuckerbombe. Aber so ist das wohl mit Süssigkeiten.