Die Glocken läuten und eine Hochzeit steht vor der Tür. Herr Bürli durfte die dazugehörige Hochzeitseinladung gestalten und gab sich mit einer einfachen Karte natürlich nicht zufrieden. Von Girlanden und Handarbeit.

Meine Hochzeit ist nun auch schon ein paar Jahre her. Aber ich kann mich noch gut an das Fest und die ganze Planung erinnern. Als Gestalter lag mir damals die Einladung besonders am Herzen. Sie bietet die Möglichkeit, ein Motto anzukündigen und die Gäste auf das Fest einzustimmen.

Deshalb hat es mich sehr gefreut, als mich unsere Freunde für die Gestaltung ihrer Hochzeitseinladung angefragt haben. Da das Paar selber gestaltungsaffin ist, war ich bei der Umsetzung besonders gefordert.

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Festliches Konzept

Das Brautpaar mag es bunt und festlich. Durch das Veranstaltungslokal «Heitere Fahne», wo das Fest statt finden sollte, sind wir auf die Idee mit den Partyfähnchen gestossen.

Bei den ersten Dummies habe ich mit Papier und Schnur Fähnchenketten entwickelt. Zum Verpacken war es jedoch unpraktisch. Frau Bürli brachte die zündende Idee einer vertikalen Girlande, welche wie ein Leporello zusammengefaltet wird. Ein edles Band hält die Kartenelemente stabil zusammen und bildet am einen Ende eine Lasche. So kann die Hochzeitseinladung aufgehängt werden. Die Girlande ist somit Einladung und Dekoration zugleich.

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Bei der Schrift habe ich mich für die «Brandon Grotesque» entschieden. Diese hat ein 30er Jahre Flair und eine karikaturhafte Erscheinung – beispielsweise das zwickerhafte «g».

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Die Illustrationen setzte die Braut selber um. Dadurch bekam die Einladung eine persönliche Note.

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Die Illustrationen sind mit verschiedenen Mustern hinterlegt.

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Zwei Varianten der letzten Seite: Einmal als Einladung zum Apéro und einmal zu Apéro & Fest.

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Lebhafte Gestaltung mit Illustrationen

Bei der Gestaltung verzichteten wir auf klischeehafte Hochzeitsfotos. Da die Braut gerne illustriert, schlug ich ihr vor, die Illustrationen zu entwerfen. In einem groben Layout ordnete ich den Text und die Illustrationen an. Mit Vorder- und Rückseite ergaben es 10 Seiten. Um die einzelnen Kartenelemente nicht zu überladen, reduzierte ich den Text auf das Minimum.

Bei den Farben wählten wir bunte, leicht pastellige Töne. Zusammen mit der Retro-Schrift «Brandon Grotesque», den Illustrationen und den Hintergrundmustern nahm die Einladung langsam Form an.

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Anstatt die Karten zu stanzen haben wir die Druckbögen durch den Schneidplotter gejagt.

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Um das Band exakt zwischen Vorder- und Rückseite zu platzieren, haben wir eine Schablone entwickelt.

Technische Hürden

Am Anfang hatte ich nur eine vage Vorstellung, wie wir die Einladung produzieren können. Die Girlande bestand aus drei Schichten: oben und unten das bedruckte Papier und in der Mitte das Band. Mir war klar, ohne Handarbeit ist da nichts zu machen.

Die Druckbögen realisierten wir im Digital Druck. Beim Papier haben wir uns für das «MultiLoft» von Fischer Papier entschieden. Dieses Papier ist mit einem trockenen Leim beschichtet, der das Papier unter Druck miteinander verklebt. So konnten wir die Karten mit dem Band vereinen. Die Kreise haben wir mit dem Schneidplotter ausgeschnitten. Zusammen mit dem Brautpaar haben wir die 1500 Einzelkarten zu 150 Girlanden zusammengesetzt und gepresst.

 

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Das Kuvert war mit einer personalisierten Banderole versehen. Beim öffnen kam die Girlande zusammen mit Konfetti zum Vorschein.

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Auf die Idee fokussiert

Durch die anspruchsvolle technische Umsetzung war es kein leichtes Projekt. Doch es lohnt sich, eine Idee zu verfolgen. Und erst in einem weiteren Schritt Wege für die Realisierung zu suchen. Natürlich birgt dieses Vorgehen ein gewisses Risiko und fordert Flexibilität in der Umsetzung.

Sowohl das Brautpaar als auch die Gäste freuten sich über die bunte Hochzeitseinladung. Und als Erinnerung kommen in unserer Wohnung immer wieder Konfettis zum Vorschein. Zum Glück gibt es Staubsauger.